Donnerstag, 29. März 2012

Fotoupdate

denn Bilder sprechen ja auch immer für sich
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Montag, 26. März 2012

Die elektrische Wippe

...sie ist mir noch gut im Gedächtnis. Wie ich über dieses unnütze, quietsch grüne etwas geschimpft habe. Batteriebetrieben und transportabel und sie kann 7 verschiedene Songs abspielen, von denen bei mir alle zu Verblödung führen würden.
Gestern hatten wir unseren ersten "Schreitag". Der erste Tag an dem der kleine Mann lange weinte weil irgendetwas im Bauch quer saß. Vermutlich ein Bäuerchen, dass den Weg nach draußen nicht gefunden hat.
Tja und was macht man in seiner Verzweiflung, wenn man die halbe Nacht im Stundentakt wach wird und es am Morgen gleich so weitergeht? Man noch keine Zeit zu essen, zu trinken, zu duschen oder auch nur für einen kurzen Gang ins Bad hatte?
Genau – man probiert einfach alles aus.
So auch das quietsch grüne etwas.
Und siehe da, es funktioniert. Der Ton war allerdings abgeschaltet. Durch die gleichförmige Schaukelbewegung löste sich das Bäuerchen irgendwann und wurde zu einer vollen Windel :-)
Dem kleinen Mann ging es besser und wir konnten in ein Brötchen beißen.

Tja, von nun an wettere ich nicht mehr gegen unnützes Kinderzeugs, das wir geschenkt bekommen und Papa sorgt dafür, dass immer genug Batterien im Haus sind :-)

Mittwoch, 21. März 2012

Die Rechnung

kam gestern.
So einen kleinen Verdauungsschnapps hätte ich da gut brauchen können.

Philipp Leander bekommt, wenn er 18 ist eine kleine Kiste in der Erinnerungen der Kindheit sein werden.
Ich glaube die Rechnung in Kopie werde ich beilegen.

War die Schwangerschaft noch ein Schnäppchen und kostete insgesamt keine 600€, so war die Geburt dann kein Schnapper mehr und verschlag fast das zehnfache.
Und ich fürchte, dass da noch eine Detailrechnung folgen wird, da Einzelpositionen gar nicht enthalten waren. Und die Kinderuntersuchungen U1 und U2 sind da ebenfalls nicht enthlaten gewesen und gehen extra.

Nun gehe ich erstmal brav in Vorleistung und gucke, dass ich das irgendwie möglichst schnell erstattet bekomme. Noch ist der kleine Mann noch nicht versichert, sodass wir das diese Woche noch nachholen müssen.
Da stellt sich die Frage: privat oder gesetzlich mit Zusatzversicherung? Alles hat da seine Vor- und Nachteile und der Leistungskatalog unterscheidet sich nicht so erheblich, als dass man nicht beide Entscheidungen tragen könnte.

Wer die Wahl hat...

Mittwoch, 14. März 2012

Das erste entknautschte Foto

nun mit Philipp Leander ohne Bauch drumherum
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Montag, 12. März 2012

Die Geburt

…war dann doch anders als geplant.
Am Montag hatten wir in der Klinik einen weiteren Besprechungstermin für den Geburtsmodus, also wie der Kleine Mann auf die Welt kommen soll. Nach dem Vermessen riet uns der Arzt den kleinen zu holen, wenn er bis zum errechneten Termin nicht da sein sollte, da er von den Maßen schon recht groß war. Also wurde für den 19.03. der Kaiserschnitt terminiert, der errechnete Termin war der 17.03.
Soweit so gut. Wenn der kleine sich nicht von selbst auf den Weg macht, sollte ich dann am 16.03. zur Vorabbesprechung nochmal vorstellig werden und ansonsten war alles ok. Zum Abschluss folgte noch eine Untersuchung, da seit dem Treppensturz Flüssigkeit abging, aber direkt nach dem Sturz und eine Woche darauf der Test auf den Blasensprung negativ war, es wurde also kein Fruchtwasser gefunden.
Am Montag wurde dieser Test wiederholt – Ergebnis schwach positiv, wie beim Schwangerschaftstest ist auch dort leicht positiv gleich positiv, sprich Blasensprung. In der Regel setzen in dem Fall von alleine Wehen ein, bei mir aber nicht und da wir nicht genau wussten wann die Fruchblasse gerissen ist, war Eile geboten, denn in der Regel wartet man nur 12 Stunden, bis man antibiotisch eingreifen muss, da Keime zum Kind aufsteigen könnten. Bei mir war es evtl schon 13 Tage her.
"Herzlichen Glückwunsch, Sie bleiben ab jetzt hier."
Toll, zu Hause nichts vorbereitet (man hat ja noch soooo viel Zeit), keine Klamotten mit, dafür aber leichte Panik.

Mir/uns wurde dann die Wahl gelassen, ob wir einen Eileitungsversuch mittels Tabletten starten – in dem Fall werden medikamentös Wehen eingeleitet oder ob wir gleich den Kaiserschnitt wünschen. Wir entschieden uns für die Einleitung.
Diese Entscheidung habe ich wenige Stunden danach schon bereut. Mein Mann musste nach Hause, weil das Krankenhaus überfüllt war und kein Familienzimmer zur Verfügung stand. Ich hatte Schmerzen, aber kaum Wehen, der Muttermund öffnete sich nur einen Zentimeter und der Kleine wollte nicht raus.
Das ging die ganze Nacht so, an Schlaf war nicht zu denken.
Also orderte ich meinen Mann um 7h ins Krankenhaus und wir ließen den Arzt kommen um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wieder wurde und Weitermachen oder Kaiserschnitt angeboten. Die Bauchschmerzen inzwischen ganz ohne Wehen trotz erhöhter Medikamentengabe waren schon so schlimm, dass ich nicht mehr alleine aufstehen konnte. Das "Weitermachen" kann man über 5-6 Tage hinausziehen, immer mit entsprechender Antibiose intravenös, also auch für den Kleinen Kerl in mir.
Das wollte ich nicht, habe ich mich doch trotz Bänderriss von allen Medikamenten ferngehalten und nun soll ich den kleinen vollpumpen.

Wir haben uns dann nochmal besprochen und uns um 8.00 Uhr für den Kaiserschnitt entschieden, einfach aus dem Grund, dass es für den Kleinen wohl das geringere Übel sein würde. Weitere 5 Tage unter Antibiose hätte seinen Darm recht übel mitgenommen und da es 11 Tage vor Termin war, waren die Fettreserven noch nicht ganz da.

Da an diesem Morgen auch ein geplanter Wunschkaiserschnitt anstand, war ich gleich als nächstes dran. Ab da ging alles ganz schnell. Ein Aufklärungsgespräch hetzte das nächste, der Anästhesist kam und erklärte, ich leistete 14 Unterschriften und erklärte mich zu allem bereit.
Der Oberarzt war krank, so dass wir in den Genuss der Operation durch den Chefarzt kamen.
Um 9.00 Uhr ging es dann in den OP, um 9.03 Uhr lag schon die Spinalanästhesie. Entgehen der Erzählungen anderer, ist man nicht ab Bauch abwärts betäubt, nein, man spürt ab dem Rachen ein Kribbeln, ab Schulterhöhe ist man ziemlich taub. Das wiederum führt zu fieser Übelkeit, weil der Magen ebenfalls kribbelt.

Um 9.06 Uhr lag ich mit allerlei Schläuchen an und in mir auf dem Tisch und schon kam der Papa in spe in den OP und dann ging es auch schon los.

Ich wurde leicht apathisch und bekam nicht mehr viel mit, weil ich ständig damit beschäftigt war meine Übelkeit in den Griff zu bekommen.

9.12 Uhr ist dann auch schon der kleine Mann (bis dato noch immer ohne Namen) herauspräpariert worden und wurde in den Vorraum gebracht, in eine Decke gehüllt und dann schnell wieder zu uns gebracht. Ganz blau und zerknautscht sah er aus, aber knöttern konnte er schon ganz gut.
Papa und Sohn gingen dann in den Kreißsaal nebenan und konnten sich Bauch an Bauch in Ruhe kennenlernen und ich wurde zugenäht. Da in vielen Schichten genäht werden musste, ruckelte und schuckelte der OP-Tisch ganz schön, das fühlte sich sehr bescheiden an und mein Mann war irgendwie erleichtert, dass er das nicht direkt mit ansehen muss.

9.40 Uhr waren wir dann alle wieder vereint, der kleine auf meinem noch tauben Bauch, der Papa an uns gekuschelt und ich noch etwas matt, was aber nur noch gut 20min anhielt. Lag wohl am Blutdruck, der gerademal bei 67/43 lag, aber stetig besser wurde.

Um 11.00 Uhr war das Gefühl in den Beinen schon wieder voll da, das Kribbeln und die Übelkeit waren weg und es gab für alle erstmal Mittagessen :-)

Und endlich nach dem Mittagsessen hatte der kleine Mann dann auch einen Namen – Philipp Leander sollte er heißen.
Wegen der Überbelegung im Krankenhaus mussten wir noch bis 18 Uhr im Kreißsaal bleiben, ehe wir ein Zimmer beziehen konnten. Zunächst hieß es auch, dass kein Familienzimmer zur Verfügung steht, was mich äußerst traurig stimmte, wäre es zum einen die erste gemeinsame Nacht, zum anderen war ich noch reichlich schmerzhaft und hing noch an diversen Schläuchen. Kind versorgen mit Blasenkatheter ist eben nicht möglich. Mit etwas Jammern ging es dann aber doch und der Papa durfte zwei Nächte bei uns bleiben. Welch eine Erleichterung.

Zwei weitere Nächte bekam ich dann weibliche Gesellschaft in mein Zimmer, aber auch das war auszuhalten, wenn auch nicht schön, da ständig Besuch da war.

Aber immerhin klappte die vorzeitige Entlassung mit ein bisschen Jammern ebenfalls hervorragend und nun sind wir alle wieder zu Hause und stellen uns den neuen Herausforderungen.
Die Narbe heilt gut, ich brauche noch eine ganze Menge Hilfe, da meine Organe durch den Eingriff alle ein wenig gestaucht sind und weh tun. Zudem hat man irgendwie immer das Gefühl, dass die Narbe aufreißt. Aber auch das wird besser. 15 cm ist sie lang und heilt gut. Sehen kann ich das zwar nicht, aber die Hebamme berichtet mir das.

Die kommt nun täglich und hilft beim Anlegen, schließlich will klein Philipp mal groß und stark werden und dafür braucht es Milch. Im Krankenhaus war viel zu viel los, als dass eine Schwester Zeit hatte das richtige Anlegen zu zeigen. Darum bekam der Kleine seine erste richtige Mahlzeit erst zu Hause. Auch wenn die Brustwarzen (ich weiß genaue Einzelheiten will da niemand hören) schon so wund sind, dass es blutet, man aber weiß, dass der Kleine wieder ran muss. Auch das haben wir gerade und das ist alles andere als ein erfüllendes Gefühl. Noch zwei Wochen, dann sollte auch das vorüber sein.

Zusätzlich pumpen wir noch die nächsten Tage ab, damit zum einen mehr Milch zur Verfügung steht und zum anderen auch mal Milch für den Notfall da ist, wenn es mir mal schlecht geht und Philipp mehr Hunger hat, als ich produzieren kann.
So wie gestern, denn die erste Nach im eigenen Heim war alles andere als erholsam, ein schreiendes Kind die ganze Nacht. Wir wechselten uns dann mit den Trösten ab, kamen aber immer nur auf 1-2 Stunden Schlaf am Stück, denn man hört den kleinen ja weinen und dann ist schlafen nicht möglich.

Die letzte Nacht hingegen war gut, 9 Stunden Schlaf mit einer Stunde Unterbrechung für Füttern und Wickeln sind in jedem Fall ausbaufähig.

Philipps Gewicht ist konstant, Geburtsgewicht waren 3640g, ganz der Norm hat er dann auf 3320g abgenommen, das war das Gewicht bei seiner Entlassung. Heute sind wir bei 3340g er hat also nicht weiter abgenommen, aber auch erst 20g zugenommen. Also auch hier alles in der Norm.

Ein richtiges Normkind also :-)

Sonntag, 11. März 2012

Philipp Leander ist da

eine anstrengende und leicht dramatische Woche liegt hinter uns.
Am Dienstag kam dann der kleine Mann um 9:12 Uhr per Kaiserschnitt auf die Welt. Aufgrund eines vermutlich schon 2 Wochen bestehenden Blasenrisses musste er nach erfolglosen Einleitungsversuchen am Dienstag geholt werden.

Wir haben das aber gut überstanden und wurden nach 4 Tagen entlassen. Nun heult die Heulboje im 3-4 Stundentakt und hat mächtig Hunger.
Mehr dazu die kommenden Tage.

Ach ja...
Er ist 3640g schwer, 54cm groß und hat ein 36cm Köpfchen.
Der Kopf lag aber schon so fest und eng im Becken, dass er einen kleinen blauen Fleck davongetragen hat. In 2 Wochen hätte er ggf wirklich nicht durchs Becken gepasst.

Manchmal bekommt man Entscheidungen auf wundersame Weise auch abgenommen.

Donnerstag, 1. März 2012

Wunschkonzert

Gestern fand das große Vermessen statt.
Heraus kam, was wir schon ahnten, ein rasantes Wachstum des Zwergen, der Kopf misst inzwischen je nach Messmethode 34-36 cm im Umfang, das Gewicht liegt mit 3600-3800g noch im Normbereich, aber wie schon die ganze Zeit am oberen Rand.
Tja, was ist die Essenz des Ganzen?
Nichts dramatisch Neues.
Am Montag haben wir einen neuen Termin in der Klinik, dann wird nochmal gemessen und entschieden wie wir weiter verfahren wollen oder müssen. Dem Zwergenmann geht es gut, er ist gut versorgt und hat noch ausreichend Blubberwasser um ihn herum. Das Atmen übt er schon kräftig und Komplikationen sind derzeit nicht ersichtlich – weder wenn er heute kommt, noch wenn er sich noch 3 Wochen Zeit lässt.
Bis Montag zur nächsten Vermessung soll ich mir überlegen in welche Richtung ich gehen will, 4 Möglichkeiten habe ich, die ich mir gründlich überlegen soll. Möglich und vertretbar sind zum heutigen Tag alle, sodass der Arzt jede Entscheidung auch umsetzen und mittragen würde. Ab 38cm Kopfumfang muss der Kaiserschnitt angeboten werden. Aufgrund der familiären Vorgeschichte (bei uns kam kein Kind ohne Komplikationen zur Welt) bin ich eine Kandidatin dafür, auch schon vor der 38cm-Grenze diese Option in Erwägung zu ziehen.
1) Am Montag wird geschaut und die Geburt mittels Tabletten eingeleitet. Ist mir nicht so recht, da die Erfolgsquoten nicht sehr hoch sind (ca. 15%), dafür aber die Prozedur sehr unangenehm. Schmerzlinderung mittels PDA wird erst dann möglich sein, wenn schon was im Gange ist, also erst nach einiger sehr unangenehmer Zeit mit Wehen, die die Geburt nicht unbedingt vorantreiben. Ich müsste bis Dienstag oder Mittwoch dort bleiben und dann neu entscheiden ob ich nach Hause will abwarten, dort bleiben und einen weiteren Versuch wagen oder Kaiserschnitt.
2) Am Montag wird neu gemessen und, sollte das Köpfchen wie erwartet die 38cm Marke überschreiten, wird dann für Donnerstag oder Freitag ein Kaiserschnitt geplant. Montag in einer Woche könnte ich dann wieder nach Hause. Risiken sind die üblichen einer Bauch-OP.
3) Abwarten bis es von allein losgeht und hoffen, dass der kleine Mann durch mein Becken passt. Etwas verschieben kann sich sowohl mein Becken, als auch die Schädelplatten des Zwergen. Angenehm wird auch das nicht, sodass mir von einer Geburt ohne PDA abgeraten wurde.
4) Option 3 mit der Möglichkeit aus der gelegten PDA einen Kaiserschnitt zu machen, wenn ich nicht mehr kann oder will.
Bis Montag ist vom Oberarzt jetzt tagsüber ein Gewürztee, abends heiß baden, ein Glas Rotwein und Spaß mit dem Ehemann verordnet worden. Eventuell ergibt sich dann alles doch von alleine.
Was ist richtig, was ist falsch? Gibt es hier richtig und falsch? Ich mache mir zu viele Gedanken.
Wir hoffen einfach, dass sich das alles bis Montag von alleine erledigt und die Geburt sich bis dahin schon ankündigt.

Wehen habe ich nun jede zweite Nacht, die reichen aber noch nicht aus. Außer, dass an Schlafen nicht zu denken ist, bereiten sie nur in kleinen Schritten vor.
Der Muttermund ist nun zwar fast weg, also in den letzten Wochen um 5cm verstrichen, aber noch geschlossen.

Montag, 27. Februar 2012

Der Bauch

ist schon wieder gewachsen...

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Der Fuß

ist ganz schön hinüber.
Es ging ja so nicht weiter. Der Fuß schwoll ab, dann wieder an, aber nicht gegen abend, sondern untypischerweise über Nacht, wo er ja eigentlich abschwellen sollte.
In die Notaufnahme bekommen mich keine zehn Pferde mehr, also ab zum Hausarzt. Leichter gesagt als getan, denn ich habe keinen Hausarzt, weil ich im Allgemeinen nie krank bin. Nachbarn gefragt. Es sollte einen geben, der ist Arzt entspricht aber von seinem äußeren eher einer Motorradgang, ist leidenschaftlicher Motorradfahrer, Chiropraktiker, Allgemeinmediziner und macht Akkupunktur nach traditionell chinesischer Manier. Also genau das was ich suche. Hat wohl wegen der etwas in die Jahre gekommenen Praxisausstattung wenig Kundschaft, zumal drei Häuser weiter ein junger moderner und engagierter Arzt ebenfalls eine Praxis eröffnete.

Ich also am Freitag zu dem netten Motorraddoc. Tja, Pech, Motorraddoc hat Hüfte und ist selbst beim Arzt, aber einen Termin für den Nachmittag bekommen. Die Sprechstundenhilfe war nett, sah, dass ich kugelrund bin und nicht wirklich gehfähig und sagte, ich soll 10min vor dem Termin anrufen, dann kann sie abschätzen wie lange bzw. ob ich warten muss.

Angerufen und auf eine Wartezeit von 5-10min eingestimmt. Ich habe kaum gesessen, da kam ich auch schon dran.
Der Doc war wie unser Nachbar ihn beschrieben hat, im karierten Holzfällerhemd, mit Jeans und Gesundheitslatschen, dazu selbstgestrickte Socken, etwas füllig, mit Vollbart und Lederarmband am Handgelenk. Ein sehr ruhiger, netter und leider schon etwas älterer Herr (leider deshalb, weil er bei meinem Glück in kurzer Zeit das Rentenalter erreichen wird).

Dank Bauch und Fuß bin ich ja noch behäbiger, also Schuhe und Socken vom Arzt ausgezogen bekommen. Dabei liefen mir schon Schweißperlchen über die Stirn, denn der Gedanke, dass er gleich den Fuß nimmt und abtastet war schon die Hölle. Er nahm den Fuß und erklärte, dass er den gleich ganz vorsichtig bewegen wird um zu schauen ob neben der inzwischen deutlich sichtbaren Schwellung und Blaufärbung eine Fehlstellung vorliegt, die den Heilungsprozess von was auch immer stören könnte. Hat er wirklich ganz vorsichtig gemacht, tat trotzdem weh. Ende vom Lied, nix Zerrung, nix bisschen blau. Nein, ich habe ganze Arbeit geleistet und mir alle drei Außenbänder gerissen. Der Fuß ist völlig instabil -dreh und knick-, bzw. aufklappbar. Ich solle mich auf ein halbes Jahr Heilungszeit einstellen, so lange darf ich jetzt eine Gehschiene tragen, die den Fuß am Umknicken hindert. Na das versüßt einem ja gleich das Wochenende. Und diese Woche auf jeden Fall noch Gehhilfen, damit Ruhe in den Fuß kommt. Wenigstens keinen Gips, wie früher. Solange ich in Elternzeit bin, soll ich das Ding unbedingt dran lassen, die Hochhackigen Schuhe dafür ab – gut mag ich eh nicht, bin ja der Turnschuhtyp. Das soll verhindern, dass das alles wieder losgeht, weil ich einen unbedachten Tritt mache, weil der Zwerg brüllt. Joggen in 3 Monaten wieder, Geburt keinesfalls ohne geschienten Fuß.

Die Socke und den Schuh zog der nette Arzt mir auch wieder an, wünschte mir noch alles Gute und verabschiedete mich.
Die U-Untersuchungen macht er glücklicherweise auch, sodass die Suche nach einem vermeintlich guten Kinderarzt erst mal entfällt, es sei denn der Zwerg braucht was Spezielles.

Da diese sog. Stabilorthesen nicht überall erhältlich sind, habe ich mich auch gleich am Freitag noch telefonisch auf die Suche gemacht. Online kein Problem, aber lange Lieferzeiten sind ja auch nicht so toll, brauche ich ja dringend.
In der nächstgelegenen Stadt gibt es 3 Sanitätshäuser, davon hatte eines das Ding vorrätig, aber zum doppelten Preis, als sonst. Da ich Selbstzahler bin (achte auf die Kosten, denn wenn ich wenig oder nichts einreiche, bekomme ich von der KK eine Prämie, die meine Kosten überdeckt) ist der Preis für mich schon relevant.
Also in Hannover angerufen. Sanitätshaus meines Vertrauens hat das Ding, zum halben Preis. Prima, gleich zurücklegen lassen und dem weltbesten Mann offeriert, dass jetzt noch nicht Feierabend ist. Also ab nach Hannover, ist ja nur 45min Fahrt und alles wegen dem blöden Fuß.

Orthese anprobiert, angepasst und entschieden, dass wir uns wenn wir schonmal da sind, ein lecker Essen verdient haben.
Und was stellt man in der Stadt fest? Genau, man wird regelrecht böse angeschaut, wenn man an Krücken geht und einen dicken Bauch hat. Als hätte ich mir das ausgesucht.
Samstag war der Fuß dann wieder schön dick und blau, sodass der Tag auf dem Sofa stattfand. Zum Trost gabs dann am Sonntag in der schönen Altstadt einen Eisbecher und ein wenig Schaufensterbummeln.

Mal sehen was die Woche noch bringt. Mittwoch ist Babyvermessungstag, gestern gabs wieder Vorwehen und ich glaube dadurch dass ich jetzt wirklich fix und fertig bin, wird der kleine Mann nicht mehr sooo lange auf sich warten lassen.

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